Friedenscarillon

Friedenscarillon Potsdam – Glockenspiel der Garnisonkirche

Das geplante Friedenscarillon der Garnisonkirche Potsdam verbindet die Geschichte des historischen Glockenspiels mit einer Botschaft von Frieden und Verständigung.

Was ist ein Friedenscarillon?

Beschlossen durch das Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche am 19. November 2019, soll das neue Friedenscarillon 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von mehreren Tonnen umfassen. Der Tonumfang reicht von b0, c1, d1 chromatisch bis d5 und ermöglicht ein vielfältiges musikalisches Repertoire – von Choralbearbeitungen bis zu moderner Musik.. Gestimmt in mitteltöniger Stimmung knüpft das Instrument an eine historische Klangtradition an, die heute nur noch selten zu hören ist. In Material, Form und Aufhängung orientiert sich das Carillon an den berühmten niederländischen Glockengießern um Jan Albert de Grave. Typische Merkmale wie reich verzierte Glockenkronen, ein umlaufender Fries und die traditionelle Aufhängung in der Turmhaube werden dabei aufgegriffen. Die Inschriften der Glocken widmen sich dem Thema Frieden. So trägt das Friedenscarillon eine wichtige Botschaft in die aktuelle Zeit – als klingendes Symbol für Frieden, Versöhnung und Hoffnung.

Prof. Dr. Otto Becker am Carillon der Garnisonkirche
Prof. Dr. Otto Becker am Carillon der Garnisonkirche Potsdam

Unsere Vision

Das Friedenscarillon soll Raum für musikalischen Ausdruck, Begegnung und Bildung schaffen. Neben dem alltäglich automatisierten Spiel im Tageslauf wird das Glockenspiel auch als Konzertinstrument zum Einsatz kommen. Bei besonderen Anlässen sowie im Rahmen einer eigenen Konzertreihe wird es von internationalen Gästen und lokalen KünstlerInnen live gespielt. Begleitend entstehen Workshops, Kooperationen mit Hochschulen und kulturelle Projekte, die Musik, Kunst und Pädagogik verbinden. Damit das Friedenscarillon als hörbares Zeichen für Frieden, Hoffnung und Verständigung über Potsdam erklingen kann, benötigen wir Ihre Unterstützung.

Klang für die Stadt Potsdam

Mit dem Turm kehrt nicht nur ein Bauwerk in die Potsdamer Silhouette zurück.
Auch sein Klang soll wieder hörbar werden.

Das geplante Friedenscarillon wird den Turm akustisch prägen. Es steht für die inhaltliche Ausrichtung des Ortes: Erinnerung, Verantwortung und Versöhnung. Die Fördergesellschaft unterstützt die Realisierung dieses Projekts durch gezielte Spendenaktionen und Benefizveranstaltungen

Ansicht Glockenspiel Garnisonkirche Potsdam

Geschichte des Glockenspiels

Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Friedenscarillons

  1. 1721–1729

    Die Idee eines Glockenspiels für Potsdam entsteht

    Im Jahr 1721 beauftragte König Friedrich Wilhelm I. den Berliner Glockenspieler Arnoldus Carsseboom mit der Planung eines Glockenspiels für Potsdam. Als Vorbild diente das berühmte Carillon im Reguliersturm von Amsterdam. Die Glocken wurden in Amsterdam vom Glockengießer Jan Albert de Grave gefertigt. Bevor sie ausgeliefert wurden, überprüften Amsterdamer Organisten ihre klangliche Qualität. Schließlich wurden 35 Glocken nach Potsdam geliefert.

  2. 1733–1735

    Der neue Turm und ein außergewöhnliches Instrument

    Nach dem Abbruch des alten Turms 1730 begann 1733 die Planung eines neuen Turms der Garnisonkirche. Das Glockenspiel wurde um fünf große Bassglocken erweitert, gegossen von Johann Paul Meurer. Zusätzlich entstanden ein neuer Handspieltisch sowie ein automatisches Walzenspiel mit 5.280 Bohrungen. Über 365 Stufen gelangte man zum Instrument, das schließlich als größtes Glockenspiel Preußens galt.

  3. 1735–1945

    Musik über zwei Jahrhunderte

    Über mehr als 200 Jahre prägte das Glockenspiel den Klang Potsdams. Carillonneure spielten täglich Choräle, Volkslieder und andere Melodien, die sich nach dem Kirchenjahr richteten. Seit 1742 übernahm die Stadt Potsdam Pflege und Wartung des Instruments. Technische Verbesserungen folgten später: 1926 erhielt das Glockenspiel eine elektrische Aufzugsvorrichtung, 1937 wurde es durch Eugen Thiele umfassend instand gesetzt.

  4. 1945

    Das Ende des historischen Glockenspiels

    Am 14. April 1945 wurde die Garnisonkirche beim Luftangriff auf Potsdam schwer beschädigt. Ein Brand zerstörte den Turm und damit auch das Glockenspiel. Zeitzeugen berichteten später, dass das Instrument beim Einsturz ein klagendes Geräusch von sich gab. Damit verstummte ein Klang, der über zwei Jahrhunderte zum Alltag der Stadt gehört hatte.

  5. 2014

    Ein Zeichen für die Zukunft

    2014 brachten die Brüder Sieber ein erhaltenes Glockenglöckchen nach Potsdam zurück. Dieses Ereignis wurde zum Symbol für den Wunsch, das Glockenspiel wieder entstehen zu lassen – diesmal als Friedenscarillon. Das Projekt verbindet die historische Tradition mit einer Botschaft von Versöhnung, Frieden und internationaler Verständigung.

Einordnung und klare Haltung

Das geplante Friedenscarillon im Turm der Garnisonkirche ist ein eigenständiges Projekt und nicht identisch mit dem Glockenspiel auf der Plantage. Dieses wurde in Iserlohn gefertigt, steht heute als eigenständiges Flächendenkmal unter Schutz und bleibt in seiner bestehenden Form erhalten.

Das Friedenscarillon entsteht unabhängig davon und ist konzeptionell neu ausgerichtet. Ebenso besteht kein Zusammenhang mit Max Klaar oder früheren Initiativen, die in der öffentlichen Diskussion standen.

Die Fördergesellschaft distanziert sich ausdrücklich von rechten, revisionistischen oder geschichtsverklärenden Tendenzen. Der Turm versteht sich als Ort der kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte, der demokratischen Verantwortung und der Versöhnung.

Das Friedenscarillon steht in diesem Kontext als musikalisches Zeichen für Frieden und Verständigung — nicht für Ausgrenzung oder ideologische Vereinnahmung.

Historische Glockenspiel Garnisonkirche Potsdam

Ihre Unterstützung

Mit Ihrer Spende tragen Sie zur Finanzierung des Glockenspiels bei.

Die Fördergesellschaft hat bereits Benefizkonzerte und Aktionen zugunsten des Carillons durchgeführt, unter anderem:

  • Kunstauktion mit 8.000 € Erlös
  • Benefizkonzert des Stabsmusikkorps der Bundeswehr

Diese Initiativen zeigen: Das Friedenscarillon wird von vielen getragen.

Spendenformular Friedenscarillon

Ihr Ansprechpartner

Reinhard Kwaschik

Geschäftsführender Vorstand, Beauftragter Friedenscarillon

Reinhard Kwaschik