Der Bauprozess

Die wichtigsten Etappen des Baus

Ein Überblick über die Entstehung des Wiederaufbaus der Garnisonkirche Potsdam

Initialzündung

2004

  1. 15.01.2004

    „Ruf aus Potsdam“

    Mehr als 100 Persönlichkeiten der Stadt und ihrer Umgebung unterzeichneten den „Ruf aus Potsdam“, der zum Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam aufruft. Schirmherren der Wiederaufbauinitiative sind Bischof Prof. Wolfgang Huber, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Innenminister Jörg Schönbohm.

    „Ruf aus Potsdam“

Grundsteinlegung

2005

  1. 14.04.2005

    Grundsteinlegung für den Wiederaufbau

    Aus Anlass des 60. Gedenktages des Bombenangriffs auf Potsdam findet unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit am Standort der Garnisonkirche ein liturgisch gestalteter Festakt mit der Grundsteinlegung statt. Als einer der vier Stadtverordneten, die es 1968 wagten, gegen den Abriss zu stimmen, konnte Dr. Gebhard Falk den Schlussstein in den über dem Grundstein errichteten Gewölbebogen setzen.

    Grundsteinlegung für den Wiederaufbau

Wichtige bauvorbereitende Ereignisse

2006–2017

  1. 25.06.2011

    Einweihung der temporären Kapelle an der Garnisonkirche

    Mit einem feierlichen Gottesdienst nimmt die temporäre Kapelle an der Garnisonkirche, die auch eine Ausstellung zur Geschichte und Zukunft der Garnisonkirche beherbergt, ihren Dienst auf. Seit März 2011 gibt es eine Pfarrstelle am Ort, sodass dort wöchentlich Gottesdienste und zahlreiche andere Veranstaltungen gefeiert werden.

    Einweihung der temporären Kapelle an der Garnisonkirche
  2. 31.07.2013

    Erteilung der Baugenehmigung

    Die Stadt Potsdam erteilt der Stiftung Garnisonkirche die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt, den Turm der Garnisonkirche.

    Erteilung der Baugenehmigung
  3. 10.05.2014

    Einweihung der Wetterfahne

    Als eines der größten Einzelbauteile wird die mit Mitteln eines testamentarischen Vermächtnisses von Frau Dr. Johanna Hofmann aus Bad Pyrmont sowie Spenden von Mitgliedern der FWG gestiftete, originalgetreu rekonstruierte Wetterfahne im Beisein des Ehrenkurators der Stiftung, Bundespräsident a. D. Dr. Richard von Weizsäcker, am Baufeld aufgestellt. Dort steht sie, bis sie mitsamt der Turmlaterne mit Kuppelhaube auf den Turmschaft gehoben werden kann auf einer Höhe 88,40 m.

    Einweihung der Wetterfahne
  4. 29.10.2017

    Gottesdienst zum Baustart: "Eine Kultur des Friedens bauen"

    Am 29.10.2017 fand ein großer Gottesdienst zum Baustart statt. Rund 700 Unterstützer, Sponsoren und Ehrenamtliche feierten mit. Währenddessen protestierten Kritiker mit Plakaten und Beschimpfungen. Zur Deeskalation verzichtete die Stiftung auf Polizeieinsatz, obwohl dies einen Verstoß gegen Art. 4 Abs. 2 GG („Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet“) darstellte. Die Predigt hielt Wolfgang Huber: Der Turm solle architektonisches Zeichen und Zentrum für Frieden und Versöhnung werden.

    Gottesdienst zum Baustart: "Eine Kultur des Friedens bauen"

Baugrube und Gründung

2017

  1. Herbst 2017

    Baustelleneinrichtung und Baugrubensicherung

    Nach Abschluss der Planungs- und Genehmigungsphase beginnt die sichtbare Bauphase. Die Baustelle wird eingerichtet, Bauzäune und Sicherungssysteme installiert. Erste Erdarbeiten bereiten die Baugrube vor.

    Baustelleneinrichtung und Baugrubensicherung
  2. November 2017

    Start der Bohrpfahlgründung

    Mit Spezialbohrgeräten werden 38 Bohrpfähle, die 38 Meter tief reichen und mit Tiefensonden zur Erdwärmenutzung ausgestattet sind, in den Baugrund eingebracht. Diese Pfähle übertragen später das Gewicht des Turmes in tragfähige Bodenschichten. Die Gründung ist entscheidend für die langfristige Standsicherheit des Bauwerks.

    Start der Bohrpfahlgründung

Fundament und Bodenplatte

2018

  1. Frühjahr 2018

    Fortführung der Bohrpfahlgründung

    Die Arbeiten an der Tiefgründung werden abgeschlossen. Bewehrungskörbe werden eingesetzt, Beton wird eingebracht – jeder Pfahl bildet ein tragendes Element des künftigen Turmes.

    Fortführung der Bohrpfahlgründung
  2. Sommer 2018

    Archäologen begutachten das alte Fundament

    Damit das neue Fundament der Garnisonkirche erfolgreich gelegt werden kann, ist es notwendig, dass archäologische Arbeiten seitens des Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum durchgeführt werden.

    Archäologen begutachten das alte Fundament
  3. Oktober 2018

    Guss der Fundamentplatte

    Nach Herstellung der Gründung folgt die massive Bodenplatte. Auf einer dichten Bewehrung aus Stahl wird der Beton in mehreren Abschnitten eingebracht und sorgfältig verdichtet. Die Bodenplatte bildet die statische Basis für alle folgenden Bauabschnitte.

    Guss der Fundamentplatte
  4. Ende Oktober 2018

    Abschluss der Bodenplatte

    Der letzte Betonabschnitt wird eingebracht und geglättet. Mit diesem Schritt ist das Fundament des Turmes vollständig hergestellt. Der Wiederaufbau ist nun dauerhaft im Stadtgrund verankert.

    Abschluss der Bodenplatte

Rohbau

2019–2020

  1. Anfang Februar 2019

    Festakt für erste Steine

    Mit einem feierlichen Festakt wurden die ersten Steine für den Wiederaufbau der GK gelegt. Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Stadtgesellschaft kommen am Standort zusammen, um den Beginn der Bauphase öffentlich zu begehen.

    Festakt für erste Steine
  2. Anfang Februar 2019

    Die ersten Steine werden gesetzt

    Nach Fertigstellung der Bodenplatte starten die Arbeiten am vertikalen Tragwerk. Nach Abschluss von Gründung und Bodenplatte beginnt der sichtbare Wiederaufbau in traditioneller Ziegelbauweise. Die ersten Mauerziegel im historisch nachgewiesenen „Festungsverband“ (nicht nur rechtwinklig gemauert, sondern in jeder dritten Schicht im 45°-Winkel) werden gesetzt und markieren den Übergang vom Fundament zum aufgehenden Baukörper. Schicht für Schicht entsteht das Sockelgeschoss.

    Die ersten Steine werden gesetzt
  3. Ende Februar 2019

    Errichtung der unteren Turmgeschosse

    Geschoss für Geschoss entstehen die unteren Ebenen des Turmes. Aus Brandschutzgründen werden die Decken nicht wieder aus Holz gefertigt, sondern betoniert, tragende Innenwände weitergeführt und die vertikale Struktur gefestigt. Der Bauablauf folgt einem klaren Rhythmus Mauerwerksbau und der Deckeneinbringung aus Bewehrung, Schalung und Frischbeton. Die Dimension des Bauwerks wird nun deutlich erkennbar.

    Errichtung der unteren Turmgeschosse
  4. Ende April 2019

    Das Bauwerk wächst

    Die Grundmauern des Turmes der Garnisonkirche nehmen zunehmend Gestalt an. Das Bauwerk wächst in die Höhe.

    Das Bauwerk wächst
  5. Februar 2020

    Der einmillionste Ziegel wird vermauert

    Mit der Vermauerung des einmillionsten Ziegels wird ein bedeutender Meilenstein des Turmbaus gefeiert. Das Ereignis symbolisiert die breite Unterstützung durch tausende Spenderinnen und Spender.

    Der einmillionste Ziegel wird vermauert

Hochbau

2021-2022

  1. 2021

    Beginn des Hochbaus

    Der Turm erreicht deutlich wahrnehmbare Höhen und verjüngt sich von Etage zu Etage. Außen- und Innenwände werden weitergeführt, die Konstruktion verdichtet sich. Der Bau wird nun dauerhaft als städtisches Baugeschehen wahrgenommen.

    Beginn des Hochbaus
  2. Ende April 2022

    Einbau der ersten Fassadenelemente

    In sorgfältiger Handarbeit werden die Rundbogenöffnungen aus Ziegeln gewölbt und die Fassadenelemente aus Sandstein eingefügt. So entsteht die charakteristische Gliederung der Turmfassade. Die Aufnahme zeigt die Montage eines Fassadenelements im Bereich eines Rundbogenfensters. Hier verbinden sich Tragstruktur und sichtbare Gestaltung: Hinter dem Mauerwerk liegt die moderne Betondecke, nach außen kehrt die historische Form zurück ins Stadtbild.

    Einbau der ersten Fassadenelemente
  3. Mitte Mai 2022

    Montage von Natursteinelementen

    Großformatige Elemente der Sandsteingesimse werden eingehoben und präzise an der Fassade montiert. Jedes Element wird millimetergenau ausgerichtet und dauerhaft verankert. So entsteht Schritt für Schritt die profilierte Gliederung des Turmes – sichtbar, handwerklich anspruchsvoll und prägend für das äußere Erscheinungsbild.

    Montage von Natursteinelementen
  4. Sommer 2022

    Einbau der Innentreppe

    Im obersten Turmgeschoss wird die teilgewendelte Treppe zur künftigen Spielkammer des Glockenspiels montiert. Die geschwungene Stahlkonstruktion verbindet die Geschosse dauerhaft miteinander und bildet ein prägendes Element der inneren Architektur. Mit dem Einbau der Treppe beginnt der Übergang vom reinen Rohbau zur funktionalen Erschließung des Turmes.

    Einbau der Innentreppe

Detailarbeiten an Fassade und Innenraum

2023

  1. 2023

    Detailarbeiten an der Fassade

    Einzelne Schmuckelemente, wie diese Flammenvase, finden ihren Platz an der Fassade des Turmes der Garnisonkirche.

    Detailarbeiten an der Fassade
  2. September 2023

    Turm „entblättert“ – Gerüst fällt

    Im Verlauf des Jahres wird das Baugerüst schrittweise entfernt. Seit Mitte September steht der Turm weitgehend frei und prägt wieder sichtbar die Potsdamer Stadtsilhouette.

  3. Ende 2023

    Arbeiten im Inneren des Turmes

    Fenster und Türen werden im Inneren des Turmes eingesetzt.

    Arbeiten im Inneren des Turmes

Fertigstellung des Turmes

2024

  1. 01.04.2024

    Einweihung der neuen Nagelkreuzkapelle im Turm

    Mit der Einweihung der Nagelkreuzkapelle im Turm erhält die Versöhnungsarbeit einen festen Ort im wiederaufgebauten Bauwerk. Gottesdienste, Friedensgebete und Andachten finden nun hier statt.

  2. Sommer 2024

    Einbau von 546 Spendenziegeln durch Auszubildende

    Auszubildende der Knobelsdorff-Schule Berlin setzen 546 Spendenziegel in den Turm ein. Das Projekt verbindet handwerkliche Ausbildung mit bürgerschaftlicher Beteiligung.

    Einbau von 546 Spendenziegeln durch Auszubildende
  3. 22.08.2024

    Feierliche Turmeröffnung

    Mit einem Festakt wird der Turm offiziell eröffnet. Ausstellung, Seminarräume und Aussichtsplattform werden der Öffentlichkeit übergeben. Der Turm ist nun nicht mehr Baustelle, sondern Ort der Begegnung, Bildung und Erinnerung.